Für die Berlin International Sound Design Competition 2026 haben wir einen Kurzfilm musikalisch mit Sound unterlegt. Zur Anwendung kamen Modularsystem, Mikrophon, Gong, Lautsprecher zur Erzielung von Rückkopplungen und eine E-Gitarre.
In vier Durchgängen haben wir live zu dem Film performt und jeweils eine Gesamtspur aufgenommen; es wurde nichts geschnitten oder bearbeitet. Die vier Durchgänge fanden ohne vorheriger Probe statt!
Für die finale Gestaltung wurden lediglich die vier Spuren ein- oder ausgeblendet.
Wo endet Sounddesign, wo beginnt Musik?
Aufgrund der Verwendung musikalischer Elemente wurde unser Beitrag leider vom Wettbewerb ausgeschlossen.
Gerade diese Entscheidung möchten wir hier zur Diskussion stellen: Beinhaltet nicht jede akustische Gestaltung bereits musikalische Elemente, also: kann man überhaupt ein Sounddesign gestalten ohne einen musikalischen Ansatz dabei zu verfolgen? Und: ist nicht sowieso alles Musik? Für Stockhausen beispielsweise ist es genau so, denn Musik ist Schwingung, und da alles Schwingungen erzeugt, ist alles Musik.
Oder wird Sound erst durch die Verwendung einer wiederkehrenden rhythmischen Struktur zu Musik? Denn das ist vielleicht der Unterschied unseres Beitrags zu den Beiträgen anderer Teilnehmer. Aber was wäre dann mit der ganzen Musik ohne Beat, angefangen mit Klassischer Musik oder mit Ambience-Musik, ist das dann keine Musik? Oder wie steht es mit der Music Croncrete, bei der mit aufgenommenden Klängen und Geräuschen (häufig auch aus dem Alltag) gearbeitet wird.
Wenn es also eine Unterscheidung zwischen Sound und Musik geben soll, dann erscheint uns diese Grenze aber zumindest in höchstem Maße fließend, variabel und subjektiv. Wir finden es daher sehr schade, dass unser Beitrag aus dem Wettbewerb ausgeschlossen wurde.
Ihr könnt Euch aber gerne selber ein Bild oder Klang davon machen, zu einem eigenen Urteil kommen, müsst Ihr aber auch nicht!

